Musikinstrumente-Sammlung

„Es war einmal... Vor nunmehr rund 45 Jahren, noch als Schüler, entdeckte ich rein zufällig ein erstes mechanisches Klavier bei einem Trödler in Stuttgart. Äußerlich erinnerte es zunächst an seine allseits bekannten Kollegen, wenn da nicht ein merkwürdiger Mechanismus hinter einem kleinen Schiebetürchen hervorgelugt hätte. Damals stand allerdings das knappe Taschengeld einem Kauf im Wege. Es gingen noch einige Jahre ins Land, bevor ich ein heruntergekommenes und daher günstiges Instrument in Spanien erwerben konnte und es nach dem Prinzip ‚Lernen durch Handeln’ wieder instand setzte. Es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft...“ (Jost Mucheyer)

Das spanische Klavier ist zwar nicht mehr Teil unserer Sammlung mechanischer Musikinstrumente, dafür wurde sie erweitert um andere Klaviere, Orchestrien, Blechplatten- und Walzen-Spieluhren sowie viele weitere Instrumente. Das älteste Exponat stammt aus dem Jahre 1800, das jüngste wurde in der Neuzeit gefertigt. Jedes Ausstellungsstück hat seine eigene Geschichte, was einen Teil seiner Faszination ausmacht. So trägt das aus der Musikstadt Leipzig stammende Hupfeld Orchestrion „Symphonie Jazz“ Narben aus dem 2. Weltkrieg: Ein Schrapnellsplitter steckt in der Krone des Aufsatzes, ein zweiter durchschlug das Gehäuse ohne - wie durch ein Wunder! -  die empfindliche Mechanik zu beschädigen. Von Anfang an waren die Instrumente immer auch Spiegel ihrer Zeit und der Menschen, die sie damals erdachten, bauten und vorführten. Während einer persönlichen Führung nehmen Sie Anteil am Schicksal einzelner Exponate, erfahren allerlei Wissenswertes und Kurioses über die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der selbstspielenden Musikinstrumente. Dabei werden die Instrumente nicht nur erklärt, sondern von liebevoller Hand auch vorgeführt, denn erst durch das Klangerlebnis werden diese Wunderwerke der Technikgeschichte lebendig. 

Auf Wunsch setzen wir auch besondere Schwerpunkte für Groß und Klein, Jung und Alt – Staunen und Fragen ist ausdrücklich erlaubt! Tatkräftig Hand anlegen auch: Beispielsweise erfahren unsere Besucher gleichsam im Handumdrehen an einer Drehorgel, wie schwer der Arm bereits nach kurzer Zeit wird. So entsteht nicht nur Achtung vor dem handwerklichen Können der Erbauer, sondern keimt auch ein wachsendes Verständnis für das harte Leben der fahrenden Musikanten und Drehorgelspieler. Seit den Anfängen seiner Leidenschaft restauriert Hausherr Jost Mucheyer die Wunderwerke der Mechanik aus dem 19. und 20. Jahrhundert zu einem großen Teil selbst. Demnächst soll eine Schauwerkstatt entstehen, dort können Sie ihm dann bei der Arbeit über die Schulter schauen. Sind Sie neugierig geworden? Kontaktieren Sie uns und tauchen Sie ein in ein klingendes Stück früher Industriegeschichte. Nehmen Sie teil am Traum, Musik hören zu können, ohne selber ein Instrument zu spielen.